Heute: Florian von Gradowski.

Unsere modulbox ist ein echter Allrounder. Doch die wahren Talenten stehen hinter den Boxen – manchmal auch obendrauf oder mittendrin. Sie planen, konstruieren, bauen, schrauben, bohren, telefonieren, kalkulieren, denken groß, machen’s möglich. In unserer Reihe möchten wir Euch die Menschen bei mo systeme vorstellen, die dafür sorgen, dass mobile Architektur nicht nur funktioniert, sondern begeistert.

Metallbauer, modulbox-Urgestein und angehender Meister: Wir stellen vor: Florian von Gradowski, der seit fast zehn Jahren dafür sorgt, dass aus Stahlprofilen, Zeichnungen und Ideen fertige modulboxen werden.

Florians Weg zu mo systeme begann nicht mit einer klassischen Bewerbung. Bevor er 2017 fest ins Team wechselte, arbeitete er bereits auf dem Hof in Berlin-Weißensee für eine Partnerfirma, die unter anderem an der Herstellung der modulbox beteiligt war.

Als mo systeme die Produktion wieder selbst übernahm, zog die Partnerfirma aus der gemeinsamen Halle aus. Für Florian stellte sich die Frage, ob er mitgeht – oder bleibt. Er musste nicht lange überlegen.

Mein ehemaliger Arbeitgeber ist ausgezogen – ich bin geblieben,” erinnert er sich.

Heute gehört Florian zu den erfahrensten Mitarbeiter:innen bei mo systeme. Wer wissen möchte, wie eine modulbox entsteht, landet früher oder später bei ihm.

„Ich arbeite einfach gern mit Metall.“

Florian, wie hat alles angefangen?

„Ich bin gebürtiger Berliner und habe von 2004 bis 2007 eine Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker gemacht. Danach habe ich in verschiedenen Bereichen gearbeitet – unter anderem im Schiffsbau in Spandau und später bei einer Metallbaufirma. Über diese Stelle bin ich schließlich mit mo systeme in Kontakt gekommen.”

Du bist inzwischen fast zehn Jahre bei mo systeme. Was schätzt du an der Arbeit hier besonders?

„Vor allem die Art, wie hier gearbeitet wird. Es ist familiär, man begegnet sich auf Augenhöhe. Was mir früh aufgefallen ist: Nach erfolgreichen Projekten kam auch mal jemand vorbei und hat einfach Danke gesagt. Das kannte ich aus dem klassischen Metallbau so nicht.
Außerdem ist vieles planbarer. Früher war ich oft auf Baustellen unterwegs, bei Wind und Wetter. Heute entsteht das meiste hier in der Werkstatt. Das gefällt mir.”

moven schweissen

„Vom ersten Handschlag bis zur fertigen modulbox dauert es ungefähr zwei Monate.“

Du bist maßgeblich an der Herstellung unserer modulboxen beteiligt. Wie sieht deine Arbeit aus?

„Eigentlich beginnt alles mit einem sechs Meter langen Stahlprofil. Daraus entsteht Schritt für Schritt eine modulbox. Wir schneiden das Material zu, bereiten die Bauteile vor, schweißen Rahmen, bearbeiten Oberflächen und schicken die fertigen Konstruktionen anschließend zum Pulverbeschichten. Danach kommen die Teile zurück und werden zur fertigen Box zusammengesetzt. Vom ersten Handschlag bis zur fertigen modulbox dauert es ungefähr zwei Monate.“
Für Außenstehende wirkt die modulbox oft erstaunlich schlicht. Dass hinter ihr ein hochkomplexer Fertigungsprozess steckt, sieht man erst auf den zweiten Blick.
„Das ist wahrscheinlich das, was viele unterschätzen“, sagt Florian. „Am Ende steht eine klare, reduzierte Form. Aber wie viel Arbeit und wie viele einzelne Schritte darin stecken, sieht man von außen selten.“

Was macht dir an deiner Arbeit am meisten Spaß?

„Ganz klar die Neuproduktion. Das ist mein Handwerk. Schweißen, konstruieren, mit Metall arbeiten – das mache ich heute noch genauso gerne wie zu Beginn meiner Ausbildung. Spannend finde ich aber auch die Weiterentwicklung. Die modulbox sieht zwar seit Jahren vertraut aus, aber hinter den Kulissen wird ständig optimiert. Gemeinsam überlegen wir immer wieder: Wie können wir Bauteile verbessern? Wie können wir Prozesse vereinfachen? Wie können wir die gleiche Qualität mit weniger Aufwand erreichen?”

Ein Raketenofen und die Entstehung von moven.club

Neben der modulbox war Florian maßgeblich am Aufbau von moven.club beteiligt. Die Idee entstand nicht in einem Strategie-Workshop, sondern in der Werkstatt.

„Ein ehemaliger Kollege hatte die Idee für einen Raketenofen. Wir haben aus Reststücken unserer Stahlprofile einen Prototyp gebaut. Dann noch einen zweiten. Irgendwann stand der Chef daneben und meinte: Daraus könnte man doch etwas machen.“
Aus einem Feierabendprojekt entwickelte sich Schritt für Schritt eine eigene Produktwelt rund ums Kochen und Leben im Freien. „Das war etwas komplett anderes als die modulbox. Wir haben oft nach der Arbeit gemeinsam am Prototypen gestanden und überlegt, wie man die Idee weiterentwickeln könnte. Das war eine schöne Zeit.“
Und auch heute begleitet Florian das Projekt noch – von der Produktion bis zum Versand. Neue Ideen testet er natürlich selbst. Sein Favorit?„Ganz klar der Pizzaofen. Im Frühjahr und Sommer gibt es bei mir zu Hause fast jeden Freitag Pizzaabend. Das ist inzwischen Tradition.“

Der nächste Schritt: Meister werden

Nach fast zehn Jahren bei mo systeme beginnt für Florian gerade ein neues Kapitel. Er hat seine Meisterausbildung wieder aufgenommen.
„Vor einigen Jahren habe ich bereits die ersten beiden Teile der Meisterprüfung abgeschlossen. Dann kam das Leben dazwischen: Familie, Arbeit, Alltag. Jetzt habe ich die Chance genutzt und mache weiter.“

Seit Mai sitzt er wieder jedes Wochenende in der Schule – freitagabends und samstagmorgens. „Wenn alles gut läuft, bin ich Ende 2027 fertig.“

Für Florian ist der Meistertitel mehr als eine persönliche Weiterbildung. Er könnte damit künftig junge Menschen ausbilden und sein Wissen weitergeben.

„Gutes Handwerk bedeutet Qualität, auf die man sich verlassen kann – und die auf einer guten Ausbildung basiert. Aber auch darauf, mitzudenken. Nicht einfach nur Zeichnungen abzuarbeiten, sondern gemeinsam mit dem Kunden die beste Lösung zu finden. Das gehört für mich genauso dazu.“

Ein Traum aus Stahl und Wasser

Würde man Florian freie Hand geben, stünde seine modulbox nicht auf einem Messegelände. Sie würde schwimmen.

„Ich würde gern eine modulbox bauen, die selbst auf dem Wasser unterwegs sein kann. Eine schwimmende Eventfläche, vielleicht sogar eine kleine modulbox-Stadt auf einem See. Das wäre schon etwas Besonderes.“

Bis dahin bleibt er lieber dort, wo alles beginnt: in der Werkstatt. Dort, wo aus Stahlprofilen, Schweißnähten und viel Erfahrung die nächste modulbox entsteht. Und vielleicht bald auch die nächste Generation von Metallbauern.