Heute: Paul Jung
Unsere modulbox ist ein echter Allrounder. Doch die wahren Talenten stehen hinter den Boxen – manchmal auch obendrauf oder mittendrin. Sie planen, konstruieren, bauen, schrauben, bohren, telefonieren, kalkulieren, denken groß, machen’s möglich. In unserer neuen Reihe möchten wir Euch die Menschen bei mo systeme vorstellen, die dafür sorgen, dass mobile Architektur nicht nur funktioniert, sondern begeistert.
Ein Techniker, ein Käsefondue-Abend und der Weg in die mobile Architektur: Wir stellen vor: Paul Jung, den Mann zwischen Konstruktion und Produktion bei mo systeme.
Manche Geschichten fangen mit einem Vorstellungsgespräch an, diese mit einem Fondue-Abend. In einer kleinen Pop-up Bar für Fondue und Raclette in Berlin half Paul eigentlich nur einem Schweizer Freund aus, der die besten Fondue-Mischungen herstellt. Hinter dem Tresen lernte er einen gewissen Oliver kennen, der sich irgendwann als Geschäftsführer von mo systeme entpuppte. Zwischen Käse, Wein und gut gelaunten Gästen fiel das Stichwort „modulbox“ – davon hatte Paul schon einmal gehört, als er noch in Weißensee wohnte. Beworben hatte er sich damals nicht: „Ich bin da zu verkopft rangegangen: Ich dachte, das ist zu architektonisch, die brauchen mich nicht.“
Ein Irrtum, wie sich herausstellte. Oliver war angetan von Pauls technischem Hintergrund. Kurze Zeit später stand er in der Produktionshalle in Weißensee – mitten im Bauprozess für große modulbox MAX-Systeme, die für die europaweite „Get Trained, Save Lives“-Kampagne der UEFA vorbereitet wurden. Seit März 2024 ist Paul festes Teammitglied.
„Ich wollte mit den Händen arbeiten.“
Paul, dein Weg führte über den Maschinenbau zur mobilen Architektur. Wie kam es dazu?
“Ich habe in Ludwigshafen eine Ausbildung zum Technischen Zeichner gemacht und später dann, in Mannheim, eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker. Ich mochte Technik, aber Architektur und Gestaltung fand ich auch schon immer spannend. Nach Berlin zu ziehen hat sich ergeben, und irgendwann bin ich dann hier gelandet. Über Umwege – und, ja, über Käsefondue.“
Und bei mo systeme warst du dann gleich mitten im Geschehen?
„Ziemlich. Ich hab in der Produktion angefangen, das war der Deal. Ich wollte mit den Händen arbeiten. In den ersten Monaten wurde viel produziert, was hilfreich war, weil ich sofort ein Gefühl für die Boxen bekommen habe. So hatte ich direkt die Chance, alle Produktionsschritte und Arbeitsabläufe an den Boxen kennenzulernen. Sägen, bohren, schrauben, kleben, montieren. Und natürlich das Team, das war mir sehr wichtig”

Einkäufer, Konstrukteur, Feuerwehrmann – alles in einem
Die Kolleg:innen beschreiben dich mittlerweile als Bindeglied zwischen Büro und Werkstatt. Was sind deine Aufgaben?
„Konstruktion, Einkauf, Planung. Ich kümmere mich darum, dass Projekte technisch umsetzbar sind, dass Materialien rechtzeitig bestellt werden, dass alles zusammenpasst. Wenn etwas fehlt – eine Schraube, ein Klettband, eine Idee –, bin ich zur Stelle. Und wenn’s in der Werkstatt mal eng wird, greife ich auch mal selbst zum Werkzeug.
Wir nennen das mein Feuerwehrmann-Kontingent. Zehn Prozent meiner Zeit sind für solche Fälle reserviert. Im Job ist mir wichtig, dass es abwechslungsreich bleibt – und das ist es.“
Ein typischer Montag…?
„…startet mit dem Wochenmeeting: Produktion, Schlosserei, Konstruktion – alle an einem Tisch. Wir besprechen, was ansteht, welche Projekte Vorrang haben und wo es eng werden könnte. Dann könnte alles passieren: Ein dringender Materialmangel muss behoben werden, ein Lieferant kündigt sich an, ein Kunde braucht kurzfristig Hilfe. Sobald im Tagesgeschäft alles läuft, setze ich mich an die Konstruktionspläne und 3D-Modelle – bespreche anstehende Projekte mit Marc und Olli, unseren beiden Geschäftsführern.“
„Die modulbox entwickelt sich immer weiter.“
Gab’s Projekte, die dich besonders gefordert haben?
„Definitiv. Zum Beispiel, als ein Kunde einen eigenen TV-Ständer wollte – aber in unserer Designsprache. Da konnte ich kreativ sein und mit Kollegen verschiedene Ideen durchspielen. Oder jetzt gerade: Wir arbeiten an einer modulbox, die ganzjährig eingesetzt werden soll und besondere Klimaanforderungen im Innenraum hat. Da geht’s um neue Materialien, alternative Wandverkleidungen, eine bessere Isolierung. Solche Sachen sind spannend, weil sie zeigen, dass die modulbox ein System ist, das sich immer noch weiterentwickeln kann.
Eines meiner persönliches Highlights war eine Reise in die Schweiz, um unserem Partner Messerli Neuigkeiten an der Box zu demonstrieren – wobei allein die Fahrt im Nachtzug schon ein Erlebnis für sich war.“
„Nachhaltigkeit fängt beim Einkauf an.“
modulbox steht für für langlebige Systeme. Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in deinem Job?
„Eine große. Wir versuchen, clever einzukaufen und wenig wegzuschmeißen. Und die modulbox selbst ist ja das beste Beispiel für Kreislaufdenken – sie kann jahrelang eingesetzt, umgebaut und neu foliert werden. Wir überlegen ständig, wie wir Materialien weiterverwenden können. Zum Beispiel haben wir aus alten Transportplanen kleine Taschen hergestellt, die wir Kunden mitgeben. Das ist im Prinzip unsere eigene kleine Freitag-Tasche. Und wenn wir auf Messen sind, verursachen wir keinen Müll – keine Folien, kein Styropor, keine Verpackung. Das klingt vielleicht banal, macht aber einen Unterschied. Alles, was wir mitbringen, nehmen wir auch wieder mit.“
Wenn Paul träumen dürfte, würde er eine modulbox MAX bauen, die sich zu allen Seiten öffnet. Auf der Box, ein umlaufender LED-Screen.
Outdoortauglich und autark – groß und leuchtend.
„Ich stelle mir vor, es ist 18 oder 19 Uhr, ein Platz in der Stadt, die Straßenlaternen sind noch aus, aber die modulbox leuchtet. Menschen bleiben stehen, kommen ins Gespräch. Und plötzlich lernt man jemanden kennen, den man anders nie getroffen hätte.
Mehr braucht es gar nicht für meine Lieblingsbox.“
Das ist es, was Paul an der modulbox fasziniert: Sie schafft Raum für Begegnungen. Und dafür sorgt er jeden Tag – mit jeder Schraube, jedem 3D-Modell, jeder Materialbestellung. Sein Fazit nach 1,5 Jahren modulbox: „Ich bin in ein gut gemachtes Nest gekommen – technisch stark, menschlich herzlich. Und ich lerne jeden Tag dazu.“
Manchmal beginnt die beste Geschichte eben da, wo man sie am wenigsten erwartet – hinter einem Tresen voller Käse.



